Neue Hexen

 

Neue Hexen

 

Wer die Hexenbewegung für etwas Neues hält, der hat eine ganze Menge nachzuholen. Die Ursprünge dieses spirituellen Weges liegen weit in den frühen Kulturen der Menschheit begründet. In Zeiten, in denen nachweislich das weibliche, schöpferische Element in Form der Großen Göttin verehrt wurde.

 

Mit der Unterdrückung dieser weiblichen Wege (die griechische Mythologie belegt es eindrucksvoll) kommt es erstmals zur Dämonisierung des unabhängig Weiblichen. Göttinnen, die weder vergewaltigt noch verheiratet werden konnten, erscheinen auf einmal als "dunkle" um nicht zu sagen als negativ umgedeutete Wesenheiten. Auch hier bewahrheitet sich wieder einmal die Erkenntnis, dass die Gottheiten der einen Religion zu den Dämonen der darauf folgenden gemacht werden, um den neuen Glauben durchzusetzen.

 

Damit war letztendlich der Grundstein gelegt für das, was später unzähligen Frauen, aber auch Männern, Kindern und als magisch angesehenen Tiere das Leben kosten sollte: die Hexenverbrennungen im Namen der Kirche. Zahlreiche Besitztümer galt es einzusammeln, denn Land und Besitztümer der "Hexen" fielen der Kirche zu.

 

Wenn wir einmal überlegen, dass gar nicht so wenige Frauen im frühen Mittelalter über politischen und materiellen Einfluss verfügten, eigene Ländereien hatten (Hildegard von Bingen bekam ihr Kloster z.B. von einer Frau bezahlt) und diese selbst verwalteten, dann merken wir, dass die Hexenverfolgung vor allem eine Frauenverfolgung war, in der es um wirtschaftliche und sozialpolitische Themen, sowie reichlich Sadismus und männliche Gewalt ging, aber nicht um irgend einen Glauben.

 

Alles, was an weibliche Kraft, weibliche Spiritualität und weibliche Freiheit erinnerte, sollte ausradiert werden. Natürlich gelingt so etwas niemals vollständig und das schon gar nicht, wenn die Hälfte der Bevölkerung aus den Bekämpften selbst besteht. Die weibliche Magie nahm den Weg in den Untergrund.

 

Es brauchte lange, bis an freies Hexentum wieder zu denken war. Später brachten die Hippies und die damit entstehenden politischen und ökologischen Bewegungen wichtige, neue Impulse und lösten letztendlich den Bewußtseinswandel aus, der benötigt wurde, um sich weibliche, spirituelle Wege und die Freiheit der eigenen Erfahrung erst einmal vorzustellen und sie schließlich zu wählen. Neu sind die "neuen" Hexen also keineswegs. Nur wieder sichtbar - und das ist auch gut so!

 

Die Autoren von Wikipedia fassen es so zusammen :

 

Wicca-Zeremonie in Avebury (Mai 2005) Der Hexenbegriff im europäisch-amerikanischen Kulturraum hat eine grundlegende Wandlung erfahren. Durch Margaret Alice Murrays Buch Witch-Cult in Western Europe (Hexen-Kult in Westeuropa) wurde der Hexenbegriff 1921 in einem neuen Konzept der Öffentlichkeit nahe gebracht. Mit der Rezeption der frühen Forschung zu den Hexenverfolgungen (u. a. Jules Michelet: La Sorcière) durch die alternative Szene und die Frauenbewegung, insbesondere der Vorstellung, die Hexen seien eigentlich weise Frauen gewesen, die von den Herrschenden verfolgt wurden, bietet der Hexentopos ein weites Spektrum der Identifikation für das Neuheidentum und die Esoterikszene.

 

Der Begriff Hexe wird hierbei in positiver Weise neu verstanden. Als Hexe bezeichnen sich heutzutage viele Frauen, die sich unter anderem mit Heilkräutern und den alten europäischen Religionen beschäftigen.

 

Zu nennen ist hier vor allem die Wicca-Religion, die sich heute als neue Form einer heidnischen Naturreligion der Hexen versteht, in den USA viele Anhänger hat und dort als Religion anerkannt ist. Die Celtic Witches berufen sich speziell auf Wurzeln in der keltischen Mythologie und Religion.

 

Dann wollen wir all die anderen nicht vergessen: Die Heilerinnen, Hellseherinnen, Tarotkartenlegerinnen. Diese Liste könnte man ewig weiterführen, denn es wurden viele neue Namen geschaffen und jede einzelne erhebt ihren Anspruch darauf eine wahre oder geborene Hexe zu sein.

 

Sarkasmus: Es war schon immer Wunsch der Göttin ( Mutter ), dass nur die Hexen wahre Hexen sind, die für ihre „Fähigkeiten“ auch Geld nehmen.

 

Junghexen

 

Mit dem Begriff „Junghexen-Szene“ soll eine Facette innerhalb des breiten Spektrums der sog. Neuen-Hexen-Bewegung umschrieben werden. Die Bezeichnung „Junghexen“ dient intern meist für Hexenschülerinnen, die zwar kaum Kenntnisse und Vorerfahrungen mitbringen, sich aber intensiver mit Magie, Ritualen sowie Lehren und Praktiken der Wicca-Religiosität beschäftigen wollen. Bei „Wicca“ handelt es sich um eine in den 1950er Jahren entstandene spezifisch englische Variante des modernen Hexenkults, wie er maßgeblich von Gerald B. Gardner entwickelt wurde. Heutzutage gibt es vielfältige Formen der Rezeption und Ausgestaltung des Wicca-Kults.

 

Bei den „Junghexen“ handelt es sich überwiegend um weibliche Teenager bzw. junge Frauen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass sich auch Männer als „Hexen“ bezeichnen. Innerhalb der neueren Hexenszene spricht man auch von „Teeny-Hexen“, die nach der Lektüre von Büchern zur Thematik möglichst schnell eine echte Hexe werden wollen. Andere Bezeichnungen hierfür lauten „Newbe-Hexen“ oder „Hexenschüler“, in der kritischen Literatur auch „Girlie-Hexen“.

 

Neben einem Kreis von unorganisierten Lesern neuerer Hexen-Ritualgeber zeichnet sich die Tendenz ab, sich über Kontaktforen im Internet auszutauschen oder sich darüber locker zu organisieren. Wie es in der Szene heißt, würden einige Lehrer des Hexenkults bereits 13- oder 14-Jährige als Junghexen aufnehmen. Andere bestünden hingegen auf Volljährigkeit der Hexenschülerinnen. Die Junghexen-Szene erfreut sich wachsender Beliebtheit. Das Bekenntnis, eine Hexe zu sein, stößt nicht ab, sondern erregt Aufmerksamkeit. Als bloßes Stilmittel zur Selbstinszenierung nach dem Motto „Mach mit Magie mehr aus Deinem Typ“ reicht es manchen aus, um sich gegenüber anderen abzugrenzen. Andere, die mit Ernst den Junghexen-Weg beschreiten wollen, blicken auf eine solche, rein oberflächliche Haltung freilich herab. Bei dieser ernsthafteren Beschäftigung mit dem Hexenkult gibt es unterschiedliche Formen: Junghexen, die im „Selbststudium“ sich ihr Wissen aneignen und sich auch als „freifliegend“ bezeichnen. Andere gründen durch Internetkontakte einen eigenen Zirkel („Coven“) oder schließen sich traditionellen Richtungen des Hexenkults an. Somit gibt es in der Szene der Neuen Hexen unterschiedliche Richtungen, Strömungen und Ausformungen, so dass es sehr schwer ist von einem einheitlichen „dogmatisierten“ Hexenkult auszugehen. Im Gegenteil: Um der Lebendigkeit der Bewegung der Neuen Hexen willen wird eigenen Aussagen zufolge darauf ganz bewusst verzichtet.

 

Macht Euch mal Gedanken, am Besten Eure eigenen :-)

 

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